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Von "Lage" bis "Mutation"

L

Lage: Bezeichnung für bestimmte Weinberge und deren geographische Lage. Laut Weingesetz in Deutschland ein oder mehrere Weinberge (Großlage), deren Trauben zu gleichartigen Weinen verarbeitet werden sollen.

Landwein: Wein, der über der Qualitätsstufe Tafelwein (siehe dort) steht und mindestens 0,5 Volumenprozent mehr Alkohol als dieser haben muss. Außerdem darf der Restzuckergehalt 18 Gramm pro Liter nicht überschreiten, die Trauben müssen alle aus dem auf dem Etikett angegebenen Gebiet stammen. Hat in Deutschland allerdings keine große Bedeutung

Late Harvest: amerikanische Bezeichnung für Spätlese oder Auslese

leicht: Beschreibung eines alkohol- und extraktarmen Weins, der jedoch angenehm im Geschmack und "leicht" zu trinken ist

Lese: Begriff für die Traubenernte. Der Zeitpunkt des Lesebeginns wurde früher offiziell festgelegt, heute entscheidet der Winzer individuell, wann er seine Trauben erntet. In der Regel findet die Lese in Deutschland zwischen Ende August und November statt, Trauben zur Eisweinherstellung hängen unter Umständen auch bis Januar am Stock (siehe auch Jahrgang). Die Lese wird mit der Hand oder durch Maschinen durchgeführt.

Lesemaschinen: Seit den 60er Jahren werden Maschinen zur Traubenernte eingesetzt. Die Trauben werden durch Stockschläge gegen die Laubwand geerntet und auf Förderbändern abtransportiert. Eine andere Methode ist das Absaugen der Trauben. Der Vorteil der Handlese ist eine schonendere Bearbeitung der Trauben.

Liebfrauenmilch: Wein aus den Anbaugebieten Rheinhessen, Pfalz, Nahe und Rheingau, der in erster Linie exportiert wird. Laut Gesetz muss der Wein zu 70 Prozent aus den Sorten Riesling, Kerner, Müller-Thurgau und Silvaner bestehen und mehr als 18 Gramm Restzucker aufweisen.

lieblich: Ein Wein ist lieblich, wenn er einen Restzuckergehalt von mehr als 18 Gramm und weniger als 45 Gramm Restzucker aufweist

Liqueur de tirage: Eine Mischung aus Sirup und Grundwein, mit dem die zweite Gärung bei der Schaumweinherstellung ausgelöst wird.

lüften: Während bei der Weinbereitung auf Sauerstoffkontakt möglichst verzichtet wird, um Oxidation und damit die Bildung von Essigsäure zu vermeiden, kann im weiteren Verlauf der Wein von Luftkontakt profitieren. Der Sauerstoff fördert vor allem bei Rotweinen den Reifeprozess. Nach langer Falschenlagerung entwickeln sich die Aromen des Weine durch längeres Lüften besser; siehe auch dekantieren

M

mäuseln: Weinfehler, der durch die Verbindung von Milchsäurebakterien und Sauerstoff entsteht. Riecht nach Ammoniak und Mäuseharn

Magnum: Flaschengröße mit einem Volumen von 1,5 Litern

mahlen: Bevor die Trauben zur Pressung kommen, werden sie gemahlen. Dabei werden die Beerenhäute aufgerissen und gequetscht. Der Saft kann so schneller ablaufen und die Beeren leichter gepresst werden.

Maische: Bezeichnet die Masse aus Trauben und Saft, nachdem sie gemahlen wurde

Maische-Gärung: Um aus den Beerenschalen die Farbe zu extrahieren und auch die Aromenbildung im Wein positiv zu beeinflussen, wird die Maische (siehe dort) aus Rotwein nicht direkt nach dem Mahlen gepresst, sondern "auf der Maische" vergoren. Während der Gärung wird die Maische, die durch die Gärkohlensäure nach oben schwimmt, immer wieder untergetauscht beziehungsweise mit dem Most überpumpt, um eine optimale Extraktion zu erreichen.

Malolaktische Gärung: siehe Biologische Säureabbau (weinwelt 4/2003)

Maschinelle Lese: siehe Lesemaschinen

Milchsäure: entsteht im Wein durch den Abbau von Apfelsäure; siehe Biologische Säureabbau

Milchsäurestich: entsteht durch Milchsäure-Bakterien, wenn der biologische Säureabbau durch die falschen Bakterien stattfindet. Es entsteht ein unangenehmer Sauerkrautgeruch

Millésime: französisch für Jahrgang (siehe dort)

mineralisch: Geruch und Geschmack im Wein, der an Kreide, feuchte Erde, Stein erinnert. Ist vor allem in Weinen anzutreffen, die auf Böden mit hohem Mineralgehalt gewachsen sind.

Minimalschnitt: Der Winzer verzichtet dabei auf das Beschneiden der Rebstöcke unter der Annahme, dass die Rebe nach einigen Jahren den Ertrag selbständig reguliert. In heißen Klimazonen kann sich das positiv auf die Reben und die Traubenqualität auswirken, jedoch steigt mit zunehmendem Alter der Pflanzen das Risiko des Schädlingsbefalls. Das dichte Laub kann sich auch negativ auf die Traubenentwicklung und -reife auswirken

Most: der Traubensaft, der nach dem Pressen aus der Kelter kommt und dann vergoren wird

Mostgewicht: Maßeinheit für den Gehalt an natürlichem Zucker im Most vor Beginn der Gärung. Wird in unterschiedlichen Einheiten gemessen (siehe Oechsle, Klosterneuburger Waage)

Mousseux: französische Bezeichnung für das Perlen eines Schaumweines im Glas

Moussierpunkt: bezeichnet eine raue Stelle im Glas, die dort absichtlich angebracht ist und der Kohlensäure dazu verhilft, aus dem Glas aufzusteigen. In guten Gläsern ist eine solche Stelle vorhanden, mit Hilfe eines Diamantenstiftes kann man sie auch selbst anbringen

Mutation: spontane Veränderung der Erbeigenschaften, die bei Rebpflanzen relativ oft vorkommt

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