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Wein ABC

Von "Parfüm" bis "Puttony"

P

Parfüm: Synonym für das Bouquet eines Weins; allerdings kann es auch ein unangenehmer Duft sein, wenn ein Wein "parfümiert", also nach künstlichen blumigen Aromen riecht

Parker: angesehener, in jüngster Zeit zunehmend in die Kritik geratener Weinkritiker. Das Parkersche Bewertungssystem basiert auf dem amerikanischen Schulnotensystem und beurteilt Weine im 100-Punkte-Schema. Inzwischen gelten die Bewertungen Parkers vor allem der Bordeaux-Weine als Kaufanreiz, aber auch als Maßstab für eine Preisfestlegung. Jährlich erscheint außerdem Parkers Weinguide, in dem er einen Überblick über die einzelnen Weinbaunationen veröffentlicht. Gerade de Ausgabe 2003 zeigt aber deutliche Schwächen im Bereich verschiedener europäischer Weinbaunationen

Part des Anges: Bezeichnet den Teil des Weines beziehungsweise des Cognacs, der sich während der Lagerung verflüchtigt. Er wird als "Engel-Anteil" bezeichnet

Passing the Port: Wird bei einem Essen Portwein gereicht, wird die Flasche beziehungsweise der Dekanter immer im Uhrzeigersinn weitergegeben

Pasteurisierung: Verfahren nach dem französischen Wissenschaftler Pasteur, bei dem mit Hilfe von Hitze Mikroorganismen in Flüssigkeiten abgetötet werden. Wein wird dabei schnell auf etwa 85 bis 95 Grad erhitzt und dann rasch abgekühlt, bevor er auf die Flasche gefüllt wird

Pegelwein: Wein, der zu Beginn und während der Verkostung ausgeschenkt wird, um den Verkostern einen gemeinsamen Maßstab zur Bewertung an die Hand zu geben

Perlage: französischer Ausdruck für die Perlen in einem Schaumwein; die Beschaffenheit der Perlage - grob oder fein - ist Ausdruck der Qualiät des Schaumweins

Perlfähigkeit: Je länger das Perlen eines Schaumweines anhält und je feiner die Perlen sind, desto höher wird die Qualität eines Schaumweines beurteilt

Perlwein: Wein, der zwischen Still- und Schaumwein angesiedelt ist und der seinen Perlage durch Zusatz von Kohlensäure beziehungsweise Vergären im Drucktank erhält

Peronospora: siehe Falscher Mehltau

Pestizide: Pflanzenschutzmittel, die zur Vernichtung oder Verhinderung von Befall der Reben mit Rebschädlingen eingesetzt werden

Petrolton: Duft und Geschmack, der an Mineralöl erinnert

pfeffrig: in jungen Rotweinen findet man oft den Duft von schwarzem, in weißen den von weißem Pfeffer

Pferdeschweiß: Geruch, den man in Rotweinen findet und der an nasses Tierfell erinnert. Der Weinfehler wird ausgelöst durch die Brettanomyces-Bakterien und wird erstaunlicherweise von manchen Weinfreunden als angenehm empfunden

Pfiffche: auch Piffche; Weinglas mit einem Fassungsvermögen von 0,1 Liter, worüber sich Pfälzer Weintrinker vor Lachen den Bauch halten würden

Pflanzdichte: bezeichnet die Menge der Reben, die auf einem Hektar angepflanzt werden. Sie ist von Region zu Region unterschiedlich, man findet Mengen von bis zu 10 000 Reben beispielsweise in der Champagne, aber auch nur 625 Reben pro Hektar beispielsweise in Italien oder Chile. Die Annahme, dass eine hohe Pflanzdichte zu hoher Qualität führt, ist inzwischen widerlegt

Pfropfen: dabei werden ein Edelreis und eine Unterlage so miteinander verbunden, dass sie als eine Pflanze weiterwachsen. Nach der Reblausplage wurde dieses Verfahren für den Weinbau notwendig, um die Pflanzen mit Hilfe der Unterlagen resistent zu machen.

Phenole: Sauerstoff-Wasserstoff-Moleküle, die in den Schalen, Kernen und Stielen der Trauben vorhanden sind. In den roten Sorten kommen sie häufiger vor als in den weißen. Sie spielen im Wein geschmacklich eine große Rolle und sind entscheidend für die Lagerfähigkeit

Photosynthese: Vorgang, bei dem unter Einfluss von Sonnenlicht aus Wasser und Kohlendioxid Zucker gebildet wird. Dieser Zucker wird in die Trauben transportiert und ist notwendig für die alkoholische Gärung

Phylloxera vastatrix: lateinischer Name für die Reblaus

Physiologische Reife: Bezeichnung für den Reifezustand der Rebe, der über die analytische Beurteilung hinaus geht; dabei werden auch Geschmack der Beeren, Zustand der Beerenhaut und des Fruchtfleisches, also der Gesamteindruck der Trauben mit berücksichtigt

Pigeage: bezeichnet das Untertauchen der Maische (siehe dort) bei der Maischegärung (siehe dort) um die Extraktion der Farbstoffe und der Tannine (siehe dort) zu fördern

Pikkolo: Flaschengröße mit einem Volumen von 0,2 Litern, in der Schaumwein gefüllt wird

Pilz: Chefredakteur unserer Schwesterzeitschrift Weinwirtschaft

Pirat: Wein, der bei einer Degustation angestellt wird und nicht den Kriterien der Verkostung entspricht (beispielsweise eine andere Rebsorte); damit soll die Aufmerksamkeit der Verkoster überprüft werden

Pointe: französisches Wort für die Vertiefung am Boden der Burgunder- und Champagnerflaschen

Portzange: wird zum Öffnen eines alten Portweins benutzt, bei dem man erwartet, dass der Korken aus Altersschwäche bröseln würde. Dabei wird die Zange stark erhitzt, am Flaschenhals angesetzt und dann schnell abgekühlt. Dadurch entsteht eine glatte Bruchstelle am Flaschenhals

Prädikatswein: in Deutschland und Österreich Bezeichnung für eine gehobene Qualitätsstufe des Weins

Presskorken: werden nicht an einem Stück aus der Korkplatte geschnitten, sondern bestehen aus Korkgranulat, dass durch Harz zusammengeleimt wird; Presskorken höherer Qualität haben oben und unten einen Abschluss aus Naturkork, um den negativen Einfluss des Harzes auf den Wein zu verhindern

Pressmost: auch Presswein; wird aus dem Most hergestellt, der nach dem Abziehen der Vorlaufs (siehe dort) aus der Restmaische (Schalen, stiele, Fruchtfleisch) roter Trauben gepresst wird. Es entsteht ein meist etwas bitterer Wein, der nur für den Hausgebrauch bestimmt ist

Prestige Cuvée: Bezeichnung für die Spitzenerzeugnisse der Champagnerhäuser

Primeur: französische Bezeichnung für einen jungen, spritzigen Rotwein; auch als Nouveau bezeichnet

Promille: Einheit für die Blutalkoholkonzentration: ein Gramm Alkohol in 1 Kilogramm Blut = ein Promille

Prosecco: keine Weinart, sondern eine weiße Traubensorte, die in erster Linie der Region Venetien wächst und dort zur Herstellung von Schaumweinen (Spumante oder Frizzante) dient

Punkte-System: Um Weine bezüglich seiner Qualität zu bewerten, gibt es vereinheitlichte Kriterien. Mit Hilfe von Punktesystemen werden Weine dann eingestuft. Es kommen folgende System zum Einsatz:

5-Punktesystem der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG): Beurteilung nach Geruch, Geschmack und Harmonie

20-Punkte-Schema: so bewerten wir auch die Weine in der weinwelt:
0: Korkfehler
unter 7: grob fehlerhaft
7-9: sehr schwach, technische Mängel
10-11: noch ausreichend, unter dem Durchschnitt
12-13: zufriedenstellend, Durchschnitt, technisch einwandfreier Standard
14-15: überdurchschnittlich gut bis sehr gut
16-17: herausragend, charaktervoll
18-20: international herausragend, absoluter Spitzenwein

100-Punkte-Schema: wurde durch Robert Parker (siehe dort) eingeführt und ist vor allem in Übersee üblich; die Kriterien sind ähnlich wie beim 20er System: ab 70 Punkten fehlerfrei, ab 90 Punkten werden Spitzenweine bewertet

Pupitre: Regal mit schrägen Öffnungen, in denen bei der Champagnerherstellung die Flaschen kopfüber gelagert werden können

Puttony: ungarische Maßeinheit für eine Butte à 15 Kilogramm edelfaule Trauben, die zur Herstellung des Süßweines Tokajer verwendet werden. Auf dem Etikett bedeutet die Angabe die Anzahl der Butten, die auf 100 Liter Wein kommen

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